Wie viel Schadensersatz muss der Verletzer meiner Urheberrechte an mich zahlen?

Dem Fotografen, dessen Recht durch eine Bildnutzung verletzt wurde, steht nach dem Gesetz u.a. ein Anspruch auf Schadenersatz gegen den Verletzer zu, wenn dieser bei der Verletzung vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat (§ 97 Abs. 2 Satz 1 UrhG).

Abstrakt formuliert können Sie als Urheber vom Verletzer verlangen, so gestellt zu werden, wie Sie ohne die Verletzung stünden.

Für die Gerichte bedeutet das: Sie werden so behandelt, als habe der Verletzer mit Ihnen einen Lizenzvertrag geschlossen und werden durch eine fiktive Lizenzgebühr entschädigt.

Die Frage, die der Richter im Einzelfall zu beantworten hat, lautet: “Was hätten die Parteien für die vorliegende Nutzung dieses konkreten Bildes `vernünftigerweise‘ als Honorar vereinbart?“

Nun stellt sich natürlich die Frage: Was ist denn das „vernünftige“ Honorar? Hierfür haben wir Ihnen unten stehend zwei Berechnungsbeispiele abgedruckt.

Zusätzlich: Sogenannter Verletzerzuschlag

Wurden Sie als Fotograf bei der Bildnutzung außerdem nicht namentlich als Urheber benannt, steht Ihnen darüber hinaus der sogenannte „Verletzerzuschlag“ zu. Dieser berechnet sich durch eine schlichte Verdoppelung des Schadenersatzanspruchs, der sich nach den oben geschilderten Berechnungsmethoden ergibt.

Schadensberechnung auf Grundlage der MFM-Empfehlungen

Die Gerichte helfen sich in der Regel damit, einen Blick in die sogenannten „Honorarempfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing“ (kurz „MFM-Empfehlungen“) zu werfen.

In diesen Tabellen wird jährlich ermittelt, welche Lizenzgebühren am Markt für verschiedene Nutzungsarten (Online, Print…) durchschnittlich gezahlt werden.


Schadensberechnung auf Grundlage einer Lizenzierungspraxis

Gerade für professionelle Fotografen wird aber häufig eine andere Berechnungsmethode herangezogen:

Gegenüber der sehr abstrakten Bezifferung auf Grundlage der „MFM-Empfehlungen“ ist eine tatsächlich ausgeübte Lizensierungspraxis des verletzten Fotografen zur Schadensberechnung natürlich sehr viel einzelfallgerechter und damit vorrangig.

Haben Sie als verletzter Fotograf also Honorarsätze, die Sie für die Einräumung vergleichbarer Nutzungsrechte an vergleichbaren Fotografien regelmäßig vereinbaren, so erhalten Sie diesen Betrag als Schadenersatz.